Auch in diesem Jahr öffnet die große Hundertwasserausstellung zu St. Jakobi in Stralsund vom 21. Mai bis zum 27. Oktober täglich von 11.-18.00 Uhr. Der Eintritt kostet 8,00 Euro. Kinder bis 16 Jahre in Begleitung Erwachsener haben freien Zutritt.
Einmalige Sonderausstellung
In dieser Saison präsentiert sich die Ausstellung unter dem Titel „Spiegelungen“ mit einer einmaligen Sonderausstellung: Herman van Veen antwortet auf Friedensreich Hundertwasser.Erstmalig präsentieren das Kreisdiakonische Werk Stralsund e.V. und die Rufus Art GmbH mit dieser Ausstellung das Werk zweier Künstler, die sich trotz ihrer unterschiedlichen Ausdrucksweisen in ihrer Motivation treffen, die Wirklichkeit nicht so hinnehmen zu wollen, wie sie ist. Friedensreich Hundertwasser war ein Maler, der neben und mit seinem Malen mehr wollte, als nur darstellen. Herman van Veen ist ein Künstler, der seit einigen Jahren auch malt. Als Maler ist er mit seinen eigenen Worten noch ein Jugendlicher. Ihre ästhetischen Perspektiven treffen sich in ihrem Engagement für die Welt.
Indirekter Dialog
Die Ausstellung nennt sich „Spiegelungen“. Spiegelungen sind keine genauen immer gleichen Abbildungen des Gespiegelten. Je nach Reflexionswinkel, Abstand und Lichteinfall verändern sie ihr Abbild, geben mehr eine Antwort als eine getreue Wiedergabe. So nähert sich Herman van Veens Werk den Bildern Friedensreich Hundertwassers. Es nimmt seine Fragen und Perspektiven auf die Welt auf und antwortet ihnen mit seinen eigenen künstlerischen Mitteln. Wir sehen Bilder, hören seine Stimme und sehen seine Figuren. So entstanden Spiegelungen als konstruktiver Ersatz eines Dialogs, der nicht mehr möglich ist, weil Hundertwasser nur noch in seinen Werken lebt.
Die Ausstellung gliedert sich in sieben Themenbereichen, die sich entlang der wichtigsten Motivwelten und des politischen Engagements Hundertwassers abbilden und auf die Herman van Veen jeweils raumbezogen mit Bild und Stimme antwortet.
Jakobi als besonderer Ausstellungsraum
Diese außergewöhnliche Ausstellung präsentiert sich in einem ebenso außergewöhnlichen Raum. Die Kulturkirche St. Jakobi zu Stralsund, als über 700 Jahre alte Kirchenarchitektur, verschweigt nicht die Wunden, die Geschichte in sie einschrieb. So zeigt sie als Raum die Verletzlichkeit und das Pathos des Lebens. Als Raum lässt sie erleben, was die beiden unterschiedlichen Künstler eint.
Öffentlichkeit als sozialer Auftrag
Die Kulturkirche wird vom Kreisdiakonischen Werk Stralsund e.V. betrieben; keinem klassischen Kulturanbieter, sondern einem sozial engagiertem Verein, der in der Schnittmenge von Kultur, Tourismus und Sozialarbeit arbeitet. Die Kulturkirche wird getragen von Menschen, die auf Grund ihrer Lebenswege oft systematisch benachteiligt wurden. Hier finden sie als Leistungsträger ihren Platz in der Öffentlichkeit, weil sie durch ihre tagtägliche Arbeit diese und andere kulturelle Produktionen ermöglichen. Und manchmal stehen sie auch selbst auf der Bühne und lassen das Publikum zu Zeugen und Genießern ganz eigener theatralischer Energien werden.
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