Hundertwasser und die WasserStiftung
Wenige Wochen vor seinem plötzlichen Tod am 19.02.2000 hat Friedensreich Hundertwasser die Schirmherrschaft über die WasserStiftung übernommen. Dies war für den 1928 in Wien geborenen bedeutenden Künstler, der sich zeitlebens für Ökologie und Umweltschutz engagiert hat, ein besonderes Anliegen.
Hundertwasser schuf zahlreiche Werke, die einen direkten Bezug zu Wasser haben. Unter anderem gestaltete er Plakate für den Erhalt der Donau-Auen, zum Schutz der Wale oder zum Erhalt der Meere und Regenwälder. Auf einem seiner Plakate steht: Jeder Regentropfen ist ein Kuss des Himmels.
Zum Andenken und in Würdigung seiner Person hat die WasserStiftung den Hundertwasser-Preis ins Leben gerufen.Er zeichnet Einzelpersonen, Initiativen, aber auch Unternehmen aus, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung vorhandener Wasserressourcen oder der nachhaltigen Wasserversorgung von Menschen in benachteiligten Regionen geleistet haben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Gegen eine Spende für die WasserStiftung erhält man eine Hundertwasser-Spenderurkunde. Diese ist ein auf 3.000 Exemplare limitierter und handnummerierter Sonderdruck in 7 Farben mit Glanzfolienprägung. Der gesamte Erlös der Hundertwasser-Spenderurkunde fließt in den Hundertwasser-Fonds der WasserStiftung, aus dem der Internationale Hundertwasser-Preis finanziert wird. Der Fonds ist Bestandteil des Stiftungskapitals und muss in seiner Höhe ungeschmälert erhalten bleiben. Der Preis wird aus den Zinserlösen bestritten.
Die Hundertwasser-Spenderurkunden sind auch im Shop der Kulturkirche erhältlich. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an unsere Shop-Mitarbeiter.
Die Stiftung
Die im Jahr 2000 gegründete WasserStiftung ist eine rechtsfähige, gemeinnützige und mildtätige Stiftung. Sie engagiert sich für die private Entwicklungshilfe in Ländern, in denen Trinkwassermangel die nachhaltige Entwicklung behindert und die Lebensgrundlage von Menschen gefährdet. Die Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung auf diesem Gebiet und unterstützt Projekte, die der Bekämpfung des Trinkwassermangels und des Raubbaus an natürlichen Ressourcen dienen. Sie fördert Vorhaben, die der Aufklärung, Schulung, Erziehung und Vermittlung von Wissen und Techniken zur besseren Nutzung und Pflege der natürlichen Ressourcen dienen. Die WasserStiftung hilft in Regionen, in denen Mangel an sauberem Trinkwasser die Lebensgrundlage von Menschen gefährdet.
Vor allem ländliche Projekte werden gefördert, und es wird darauf geachtet, dass die Unterstützung Familien, Frauen und Kindern zugute kommt. Darüber hinaus investiert die Stiftung in Bildung, die den Menschen in den Entwicklungsländern ermöglicht, sich selbst mit geringem Wasservorkommen ihre Wasserversorgung zu erhalten und zu verbessern. Im Mittelpunkt steht das Projekt WasserSchule, das in Theorie und Praxis zeigt, wie die vorhandenen Wasserressourcen verbessert und nachhaltig bewirtschaftet werden können.
Nebelernte-Projekt in Eritrea
Das Hochland der Region Maakel ist eine der wasserärmsten Regionen Eritreas. Die Wasserversorgung ist hier außerhalb der Regenzeit (von Juni bis August) ein großes Problem, da in diesen Höhen keine Wasservorkommen, Quellen oder Brunnen vorhanden sind. Frauen und Kinder müssen oft stundenlange Wege auf sich nehmen, um zu den Wasserstellen in den Tälern zu gelangen.

Eine Besonderheit des Hochlands ist die Nebelbildung: Im Landesinneren steigt die warme Luft nach oben und saugt feuchte Luft an, die sich über dem Roten Meer gebildet
hat. Dadurch entsteht entlang einer 700km langen Gebirgsregion in Höhen zwischen 2.000 und 2.500 Metern dichter Nebel, der von November bis März mit speziellen Netzen für die Trinkwassergewinnung genützt werden kann. Wenn der Wind den Nebel in die Netze drückt, bleiben die feinen Nebeltröpfchen in den Maschen hängen. Sie werden in einer Rinne aufgefangen und in Zisternen weitergeleitet.
Während der Regenzeit ist die Wasserausbeute besonders groß, weil die Netze auch die Regentropfen auffangen. Im Frühjahr 2007 wurden die ersten 20 Nebelkollektoren errichtet. Die Trinkwasserausbeute der 36 Quadratmeter großen Nebelfänger liegt bei etwa 3.400 Litern pro Tag und Netz. Die während der achtmonatigen Nebel- und Regenzeit
gesammelten 800.000 Liter versorgen die 1.100 Kinder der Schule in Nefasit und 120 Familien in dem Dorf Arborobue mit Wasser. An die 600.000 Menschen könnten in Eritrea auf diese Weise mit sauberem Wasser versorgt werden.
Ein Kollektor samt Rohrleitungen, Wasserzapfstellen, Einzäunung und Reservoir kostet etwa 2.000 Euro. Projektpartner sind die Kanadische Organisation „Fog-Quest“ und „Vision Eritrea“.
Weitere Informationen: www.wasserstiftung.de