Zeitung am Strelasund vom 03.05.2009
Stralsund erhält einen neuen, außergewöhnlichen Anziehungspunkt! In den nächsten zehn Jahren präsentiert das Kreisdiakonische Werk Stralsund e.V. als Betreiber der Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund in Kooperation mit der Rufus art GmbH im Langschiff der Kirche die Ausstellung "Hundertwasser zu St. Jakobi Stralsund".
Friedrich Stowasser wurde am 15. Dezember 1928 in Wien geboren. Mit sechs Jahren begann er zu zeichnen. Schon damals bescheinigte man ihm einen "außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn". Den Namen Friedensreich Hundertwasser nahm der Künstler mit 21 Jahren an. Später nahm er auch noch die Namen Dunkelbunt und Regentag an. Friedensreich Hundertwasser war ein sehr naturverbundener Künstler. Er setzte sich in seinen Werken und Aktionen für Frieden, Freude und Schönheit ein und für das Wohlergehen der Menschen. So kämpfte er beispielsweise für das Recht der Gestaltung des eigenen Wohnraumes und gegen vorbestimmte Lebensweisen. Er errichtete weltweit zahlreiche Bauwerke, die seinen Vorstellungen entsprachen und mit der Natur im Einklang standen. Am 19. Februar 2000 verstarb Hundertwasser auf der Queen Elizabeth 2 auf dem Weg von seiner Wahlheimat Neuseeland nach Europa.
Nun haben seine Werke den Weg nach Stralsund gefunden. Dr. Alexander Badrow, Schirmherr der Ausstellung, erinnert sich noch an einen Termin mit Dr. Gerd Franz Triebenecker und Frank Hunger kurz nach seinem Amtsantritt. Sie erläuterten ihm die Visionen, mit der sie die St. Jakobi Kirche kulturell weiter steigern können und noch mehr in das Bild der Hansestadt einbinden. Über 100, zum Teil nur sehr selten gezeigte Bilder werden hier für zehn Jahre zu sehen sein. "Kunstliebhaber werden in die Stadt kommen, um neben den Museen und Kirchen auch Ausstellungen wie Hundertwasser zu besuchen", ist sich Dr. Badrow sicher. Allein im ersten Quartal 2009 stiegen die Übernachtungen in der Stadt um 44 Prozent an. Und es wird mehr werden...
Auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die zur Eröffnungsveranstaltung gekommen war, freut sich über die Entschlossenheit der Organisatoren. "Die Stadt wagt immer viel, überschreitet Grenzen und erreicht dabei Grandioses wie diese wunderbare Ausstellung", lobt sie das Engagement aller Beteiligten. Selbst die Schülerinnen und Schüler der Jona-Schule, die in der Zwischenebene der Kirche ihre Sicht auf Hundertwasser zeigen, wurden mit Lob der Bundeskanzlerin bedacht. Sie schätzt es, wenn die Jugend mit eingebunden wird.
Die Ausstellung wird von April bis Oktober jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Der Eintrittspreis beträgt 7,50 Euro / 5,50 Euro ermäßigt. Kinder bis zu 16 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Für Schulklassen und dauerhaft Erwerbslose gibt es Sonderregelungen.
Ein Besuch lohnt sich!
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