Hundertwasser zu St. Jakobi Stralsund

Von Lebenslust des Malers angesteckt

Von Lebenslust des Malers angesteckt

Ostsee-Zeitung Ausgabe Stralsund vom 11.05.2009

Nun gut, nicht jeder der kleinen kreativen Besucher der Kulturkirche war am Samstag mit dem Namen Hundertwasser vertraut. Das jedoch hielt die Schwestern Jasmine, Julienne-Marie (beide 5) und Jenny (6) nicht davon ab, sich mit Hingebung den reichlich vorhandenen Pinseln und Farbtöpfen zu widmen.

Mama Janine Fischer aus Stralsund war extra mit ihren Töchtern zum 1. Hundertwasser-Erlebnistag gekommen, weil „sie so gerne malen“ und „kreative Beschäftigung wichtig ist“.

Der französische Klang der Mädchennamen korrespondierte geradezu klassisch mit den beschwingten Klängen des Duos „Zarzuela“, das französisch-mediterrane Atmosphäre im Kirchhof verbreitete und zum Träumen, Plaudern, Basteln oder Malen einlud. Eine perfekte Verbindung: Viel Sonne, gute Stimmung und die bunte Kunst des virtuosen Künstlers im Hintergrund. Nicht wenige der Besucher, die das Gartencafé St. Jakobi zur Entspannung nutzen, waren zuvor bei den Führungen von Kulturmanager Franz Triebenecker von den filigranen, vielfarbigen Grafiken der Hundertwasser-Ausstellung fasziniert. So auch Altstadthändlerin Marianne Kahn, die sich draußen „wie in Frankreich“ fühlte und innen von der „Lebenslust des Malers“ angesteckt wurde.

Seine Eindrücke aus den rund 160 Arbeiten im Kirchenschiff versuchte auch Jonathan Klatt (9) an den Basteltischen in ein Mosaikbild umzusetzen. Mutter Kathrin Klatt bewegten daneben auch ganz andere Dinge. „Ich finde es gut, dass Kinder unter 16 Jahren kostenlos dabei sein dürfen“, sagte sie und unterstützte den Filius tatkräftig beim Kleben. Die kleinen Keramik-Teile kamen zusammen mit den mannshohen Hundertwasser-Türmchen original aus der Werkstatt „Felber-Keramik“, erläuterte Franz Triebenecker zum edlen Werkstoff. Als attraktive Wahrzeichen der Ausstellung werden zwei der typischen architektonischen Accessoires von Friedensreich Hundertwasser bald im Café zu sehen sein. 150 bis 200 Besucher zieht die einzigartige Kunstgalerie in der Kulturkirche täglich in ihren Bann. Die Gäste sollen jedoch nicht nur schauen und sich faszinieren lassen.

Die Ausstellungskonzeption will mehr und so wie am Samstag alle Generationen ansprechen und kreative, spielerische Beschäftigung anbieten. Hundertwasser nicht nur für Kenner, sondern verständlich für Groß und Klein. So wie am ersten Erlebnistag, dessen Flair am Samstag auf das gesamte umliegende Quartier ausstrahlte.

Noch bis zum 31. Oktober sind die etwa 160 Werke des berühmten österreichischen Künstlers (1928 bis 2000) in diesem Jahr in der Kulturkirche St. Jakobi zu sehen. Geöffnet ist sie täglich von 10 bis 18 Uhr. Die Bilder stammen aus einer privaten Sammlung. Es ist nach der Wiener Ausstellung die größte. Der Eintritt kostet 7,50 Euro, Kinder bis 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Wer sein Ticket im Service-Center der OSTSEE-ZEITUNG am Apollonienmarkt kauft und dabei eine OZ-Abo-Karte vorlegen kann, bekommt zwei Karten für je sechs Euro.